Neue zielführende Konzepte fördern Ernährungsbildung bei Kindern

22.02.2016

Übergewicht belastet die Wirtschaft jährlich mit 5 Milliarden Euro

Neue zielführende Konzepte fördern Ernährungsbildung bei Kindern -   Übergewicht belastet die Wirtschaft jährlich mit 5 Milliarden Euro 

Ob Seefahrer-Power-Frühstück, geheimnisvolle Pyramide oder Bananenkrokodile – das Abenteuerland von Lea und Enno ist nur eines der spannenden und kindgerechten Projekte, die der im Aufbau befindliche Verein „Die LeckerEntdecker“ e.V. zum Thema gesundheitsbewusste Ernährung für Kinder in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit Kooperationspartnern initiiert hat. Allen gemeinsam ist das Ziel, gesundheitsbewusste Ernährung inhaltlich wissenswert und zielgruppenadäquat aufzubereiten, um so die Esskulturbildung der Jüngsten zu stärken und Übergewicht zukünftig stärker vorzubeugen.

Unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und Ernährungsministerin Ulrike Höfken präsentierte der Verein unter dem Vorsitz von Dr. Gabriele von der Weiden, Gesundheitsamt Mainz, nun aktuelle Projektentwicklungen auf einer Fachveranstaltung in Mainz. „Die Auswertungen unserer Projekte belegen nachweislich den ergebnisorientierten Ansatz und bestärken uns, im Schulterschluss mit der Wirtschaft, dem Lebensmitteleinzelhandel, der Ernährungsindustrie, den Ökotrophologen sowie dem Hotel- und Gaststättengewerbe, den Schulen und Kitas weitere Projekte zu initiieren“, unterstrich von der Weiden. Ziel der Veranstaltung sei neben dem fachlichen Austausch auch weitere Kooperationspartner und Sponsoren für den Verein zu gewinnen.  

„Gesundheit ist nicht nur ein hoher Wert an sich, sondern auch eine Voraussetzung für wirtschaftlichen Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung und wird damit zu einem wichtigen Standortfaktor“, betonte Wirtschaftsministerin Lemke auf der Podiumsdiskussion. Investitionen in die Erhaltung und Förderung der Gesundheit sichern wirtschaftliche Produktivität und das gesellschaftliche Wohlergehen eines Landes, erklärte Lemke das Engagement der Schirmherrschaft. „Kinder sollten frühzeitig an eine gesundheitsförderliche Ernährungs- und Lebensweise herangeführt werden und in möglichst vielen Lebens-situationen Erfahrungen über gutes Essen sammeln können. Deshalb sind schulische und außerschulische Ernährungsbildung ebenso wichtig wie eine ausgewogene Kita- und Schulverpflegung nach ernährungswissenschaftlichen Standards“, sagte Ernährungsministerin Höfken. Im Rahmen der Initiative „Rheinland-Pfalz isst besser“ setze sich die Landesregierung deshalb für mehr Ernährungsbildung und mehr Wertschätzung für Lebensmittel ein.

Burkhard Müller, Kreisbeigeordneter Landkreis Mainz-Bingen und geschäftsführender Direktor Landkreistag Rheinland-Pfalz, betonte, dass Gesundheitsförderung und Prävention eine gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe ist: „Die große Chance der LeckerEntdecker sehe ich dabei in einer Vielzahl branchen- und sektorübergreifender Akteure, die aufgrund ganz unterschiedlicher Perspektiven, Wissen, materieller und sozialer Ressourcen innovative Lösungswege gehen können.“ Auf dem Weg qualitätsgesicherte Angebote in regelhafte Strukturen zu bringen, sehe er den Öffentlichen Gesundheitsdienst in der Mitverantwortung.

„Gesund essen – das geht nicht ohne Genuss und Geschmack“, so Keynote-Speaker PD Dr. med. Thomas Ellrott, Leiter des Instituts für Ernährungspsychologie an der Universitäts-medizin Göttingen. „Beim Thema gesunde Ernährung geht es nicht nur um die physiolo-gische Qualität – also die Nährstoffzusammensetzung des Essens. Es geht auch um die Darbietung der Speisen und Getränke, das Ambiente, die Atmosphäre, das soziale Miteinander, die Vorbildfunktion von Eltern, Erziehern und Lehrern, die Esskultur und natürlich auch um die sensorische Qualität, das Geschmackserlebnis. All das trägt zur körperlichen, sozialen und psychischen Gesundheit der Kinder bei. Es kommt nicht nur auf das ‚Was‘, sondern auch erheblich auf das ‚Wie‘ an“, so das abschließende Fazit von Ellrott.

In Deutschland liegt jedes fünfte Kind über dem Normalgewicht und sechs Prozent aller deutschen Kinder sind fettleibig. Die KiGGS-Studie zeigt auch, dass der Anteil der Kinder mit Übergewicht bzw. Adipositas mit steigendem Alter zunimmt: von neun Prozent bei den 3- bis 6-Jährigen über 15 Prozent bei den 7- bis 10-Jährigen bis hin zu 17 Prozent bei den 14- bis 17-Jährigen. Allein in Rheinland-Pfalz sind inzwischen im Alter von 6 Jahren nahezu 10 Prozent der Kinder übergewichtig, und davon 4,2 Prozent adipös und begünstigen damit das Risiko für Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Übergewichts werden in Deutschland auf 530 Millionen Euro pro Jahr geschätzt und berücksichtigt man die Co-Morbiditäten sind es rund 5 Milliarden Euro. Aus Sicht der handelnden Akteure leistet Ernährungsbildung daher im doppelten Sinne einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung: Einerseits ist die Gesundheit Grundlage für Bildung und Entwicklung andererseits sind gute Bildung und Entwicklung wichtige Grundlagen für Gesundheit und Wohlbefinden.

 

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Vorstandsvorsitzende „DieLeckerEntdecker“ e.V.

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Große Langgasse 29
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